Christian Schneck: Diplomand und Tüftler mit größter Präzision
Wenn man mit Christian Schneck über seine Diplomarbeit spricht, merkt man ihm die Begeisterung sofort an. Der Maschinenbauer aus Brandenburg hat sich einem Spezialthema verschrieben: der Reduzierung der Reibverluste im Ventiltrieb.
„Genau genommen untersuche ich Reibstellen und ermittle das daraus resultierende Verlustmoment an der Nockenwelle”, erläutert er. „Hier im Werk Salzgitter, im Low Friction Competence Center von Volkswagen, sind wir dafür zuständig, solche Reibstellen ausfindig zu machen, deren Anteil an den Gesamtverlusten zu bestimmen und Optimierungsmöglichkeiten herauszuarbeiten.” Ein wichtiges Thema für Volkswagen. Denn wenn das Verlustmoment an der Nockenwelle gesenkt werden kann, sinkt auch der Kraftstoffverbrauch: „Wenn wir also Erfolg haben, wird weniger CO2 ausgestoßen, das heisst: weniger Verbrauch und damit weniger Umweltbelastung.”
Eingestiegen ist Christian Schneck bei Volkswagen schon am Ende seines Studiums an der TU Dresden. „Ich wollte unbedingt meine Diplomarbeit in einem Unternehmen schreiben und nicht an der Uni. Da lag es für mich nahe, bei Volkswagen nachzufragen.” Er brachte dafür nicht nur theoretisches Wissen, sondern auch praktische Erfahrung mit. Denn zusätzlich zum Studium hat er auch eine Ausbildung zum Schweißfachingenieur absolviert. Auf den Karriereseiten von Volkswagen im Internet ist er dann fündig geworden.
Inzwischen führt Christian Schneck bereits abwechselnd Versuchsreihen durch verarbeitet seine Analyseergebnisse in seiner Diplomarbeit. „Das schöne an der Sache ist, dass ich hier so großen Handlungsspielraum habe”, berichtet er. „Von meinem Vorgänger konnte ich eine Messeinheit übernehmen. Die habe ich dann erst einmal optimiert. Ich habe den Aufnehmer überarbeitet, Prüfläufe geplant, betreut und ausgewertet und neue Konzepte zur Reibungsreduzierung im Ventiltrieb erarbeitet. Ich sitze nicht nur im Büro, sondern bin auch oft in der Werkstatt und kann selber am Zylinderkopf oder am Prüfstand experimentieren.”
Dass er bei Volkswagen Theorie und Praxis miteinander verbinden kann, schätzt Christian Schneck sehr. „Ich kann hier an Produkten arbeiten, die dann wirklich in die Serienfertigung gehen. Ich beschäftige mich nicht nur mit trockener Theorie, sondern muss zum Beispiel auch mal darüber nachdenken, ob das, was ich mache, überhaupt wirtschaftlich ist.” Gleichwohl wird Christian Schneck bei seiner wissenschaftlichen Arbeit sowohl von seinem Professor an der TU Dresden als auch von seinem Betreuer im Werk Salzgitter begleitet.
Die Atmosphäre im Low Friction Competence Center von Volkswagen gefällt ihm sehr gut: „Wir sind hier sehr teamorientiert. Wenn jemand eine neue Idee hat, dann setzen wir uns in einem kleinen Kreis zusammen und besprechen das. Jeder bekommt Rückmeldungen, Tipps und Unterstützung. Wenn es zum Beispiel um Messtechniken geht, kann ich auf die betreffenden Fachleute zugehen. Ich habe noch nie erlebt, dass einer sich nicht zuständig gefühlt oder keine Zeit hat,” berichtet er.
Nicht nur deshalb ist er davon überzeugt, genau die richtige Wahl getroffen zu haben: „Ich würde wieder genau so machen. An der TU habe ich die notwendige Theorie gelernt und vor allem an Forschungsthemen mitgearbeitet. Hier kann ich nun mein Wissen anwenden und dabei helfen, Ideen in die Praxis umzusetzen. Bei Volkswagen hat man tolle Möglichkeiten, genau das zu tun, was man anstrebt. Ich finde, wenn man eine Abschlussarbeit schreiben möchte, gibt es nichts Idealeres.”