
Der israelische Minister für Industrie, Handel und Arbeit, Shalom Simhon, hat am Donnerstag die Konzernzentrale von Volkswagen in Wolfsburg besucht. Simhon informierte sich über die Ausbildung bei Volkswagen. Der Minister wurde vom Personalvorstand der Volkswagen Aktiengesellschaft, Dr. Horst Neumann, und dem stellvertretenden Vorsitzenden des Konzernbetriebsrats, Bernd Wehlauer, sowie Auszubildenden von Volkswagen begrüßt. Auszubildende erläuterten dem Minister das Engagement der Volkswagen Auszubildenden in der Gedenkstätte Auschwitz.
„Der Volkswagen Konzern steht für Respekt, Toleranz und Weltoffenheit", sagte Personalvorstand Dr. Neumann. „Wir fördern aus tiefer Überzeugung das friedliche Zusammenleben verschiedener Traditionen und Kulturen, und wir setzen mit Nachdruck klare Zeichen gegen Fremdenhass, Antisemitismus und Rassismus. Für rechtsextreme Engstirnigkeit, die leider auch heute noch Anhänger findet, darf es nie wieder Platz geben."
Minister Shalom Simhon sagte: „Als Minister im jüdischen Staat würdige ich die Anstrengungen des Unternehmens sehr, die Erinnerung an den Holocaust zu bewahren und den Auszubildenden in den Volkswagen Ausbildungsstätten auch die dunkleren Seiten der deutschen Geschichte bewusst zu machen."
Bernd Wehlauer, stellvertretender Vorsitzender des Konzernbetriebsrats und Mitglied des Stiftungsrates der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Auschwitz, sagte: „Die Anfänge unseres Unternehmens sind bis heute für uns alle eine wichtige Lektion. Wir sind uns gerade an Tagen wie heute bewusst, dass Verschweigen lähmt, sich zu erinnern hingegen die Voraussetzung für die Zukunft ist. Dieses Wissen prägt unsere Erinnerungskultur bei Volkswagen und die vielen Initiativen gegen Antisemitismus und Rechtsradikalismus, die gemeinsam von allen Beschäftigten - vom Auszubildenden bis zum Manager - getragen werden. Unser Engagement für die Erinnerungsstätte in Auschwitz ist dabei von herausragender Bedeutung, und wir sind besonders den Überlebenden dankbar, die unseren Beschäftigten unschätzbar wichtige Gesprächspartner sind."
Ersin Güler, Auszubildender zum Werkzeugmechaniker in Wolfsburg, sagte: „Wir waren als Gruppe für zwei Wochen in der Gedenkstätte Auschwitz, um zu lernen und zu helfen, die Gedenkstätte für die vielen Besucher zu erhalten, die aus aller Welt dorthin kommen. Wir haben mit Überlebenden gesprochen, wir haben gehört, wie die jüdischen Menschen in Europa gejagt und ermordet worden sind. Das hat uns berührt und lässt uns nicht mehr los."
Auszubildende erläuterten Minister Shalom Simhon das Engagement der Volkswagen Auszubildenden in der Gedenkstätte Auschwitz und überreichten ihm das symbolische „B", in dessen Sockel der Name des Ministers eingraviert ist. Die Skulptur wurde vom Internationalen Auschwitz Komitee zum 65. Jahrestag der Befreiung im Jahre 2010 gestiftet. Sie wurde in der Form des umgedrehten „B" gestaltet, das Häftlinge in Auschwitz bei der Herstellung des Schildes „Arbeit Macht Frei" als Zeichen ihres stummen Widerstandes bewusst auf den Kopf gestellt hatten. Gefertigt wird das „B" von Auszubildenden von Volkswagen.
An der Spitze der israelischen Delegation standen Industrieminister Shalom Simhon und seine Ehefrau Dr. Orna Simhon. Den Volkswagen Konzern und seine Beschäftigten vertraten neben Dr. Horst Neumann und Bernd Wehlauer ebenso Martin Rosik, Personalleiter der Marke Volkswagen weltweit, sowie Ralph Linde, Leiter Konzern Personalentwicklung, und Andreas Haffner, Leiter Konzern Personal Top Management.
Während des Besuchs informierte sich Minister Simhon bei der Volkswagen Coaching über Personalentwicklung sowie Konzepte der Aus- und Weiterbildung. Minister Simhon sagte: „Unsere Delegation ist hier, um Konzept und Vorzüge des dualen Ausbildungssystems sowie weitere fortschrittliche Lösungen des deutschen Berufsausbildungssystems kennenzulernen. Wir hoffen, damit den israelischen Arbeitsmarkt zu stärken." Volkswagen verstehe es vorbildlich, der Jugend berufliche Zukunft zu geben und zugleich für gut ausgebildete Fachkräfte zu sorgen. Die Delegation besichtigte zudem das Ausbildungszentrum in Halle 5a für Schweißen, Kunststoffverarbeitung und Elektronik, die KFZ-Mechatronik in Halle 103 sowie die Produktion.